Trotz des verständlichen Wunsches nach Sonne und Licht hat winterlich-schummriges Licht auch sein Gutes, es ist gemütlich und anheimelnd, vor allem wenn es von einem Kaminfeuer oder Kerzenschein herrührt. Und irgendwie geht die Zeit langsamer, es wirkt alles weniger hektisch.
Für mich hat die winterliche Dunkelheit noch einen weiteren Vorteil: ich gehe einfach früher ins Bett. Nicht, dass ich immer länger schlafe, aber ich genieße die Ruhe der Abendstunden.
Im Winter lese ich endlich die Bücher, für die ich in den Sommermonaten nie Zeit finde. Der Spaß am Lesen in den Abendstunden wird aber immer von der Befürchtung getrübt, dass die Augen langfristig durch das gemütliche, aber eben nicht sehr helle Licht geschädigt werden könnten.
Mit dieser Warnung wollte mich meine Mutter schon als Kind vom nächtlichen Lesen abhalten. Die Sorge ist, wie ich inzwischen herausgefunden habe, laut verschiedener wissenschaftlicher Untersuchungen unbegründet.
Lesen bei schlechten Lichtverhältnissen strengt die Augen lediglich an. Beeinflusst von verschiedenen Faktoren wie Lichtstärke, Lesedauer, Alter, Sehleistung, Fehlsichtigkeit und Formerkennungssinn des Lesers und dergleichen mehr. Mein Optiker klärt mich auf: Lesen im Schummerlicht bringt 3 wesentliche Schwierigkeiten mit sich:
1. wenn sich bei Dämmerlicht die Pupillen erweitern, sehen wir nicht mehr richtig scharf.
2. Durch das Fehlen von Licht erkennen wir nur Kontraste, aber nicht mehr detailliert die Farben.
3. Der Augenmuskel muss sich bei schlechtem Licht mehr anstrengen.
Nur weil es ermüdend ist, die Augenmuskulatur unter erschwerten Bedingungen zu beanspruchen, bedeutet dies jedoch noch lange nicht, dass der Muskel ruiniert wird.
So kann Lesen im Dämmerlicht zwar zu Augenbrennen, Ermüdung und Kopfschmerzen führen. Die Augen regenerieren sich aber im Schlaf bzw. dann, wenn die Augen geschlossen sind und kein Lichteinfall auf die Netzhaut stattfindet. Eine Voraussetzung für die vollständige Regeneration der Augen sind neben ausreichend Ruhephasen allerdings ein ausreichender Vorrat an Provitamin A (Betakarotin), wie man es in Kohl, Spinat oder Karotten findet. Ein Mangel an Vitamin A kann dagegen zur Nachtblindheit, Hornhautentzündung und trockenen Augen führen.
Keine Sorge also beim nächtlichen Schmökern, Sie sollten sich nur nicht in derselben Nacht noch hinter das Steuerrad setzen, sondern alle Autofahrten auf den nächsten Tag verschieben.
