en Sie zu Hause auch mit dem Vorwurf des Schnarchens konfrontiert? Mit zunehmendem Alter schnarchen angeblich die Hälfte aller Männer und immerhin auch jede vierte Frau. Warum mehr Männer als Frauen Schnarchnasen sind, weiß man noch nicht, möglicherweise ist das einfach genetisch bedingt.
Anthropologisch und aus Sicht der Evolution machte das durchaus Sinn: Die schnarchenden männlichen Anführer hielten mit ihren nächtlichen Lauten angeblich Feinde und wilde Tiere vom eigenen Lager fern und beschützten so die Gruppe. Kein Grund, so finden viele Frauen, sie heute noch mit einer Symphonie aus leichtem Schnorcheln, Grunzen, Röcheln und Sägen um ihre Nachtruhe zu bringen. Nun reichen zwar die Künste der meisten Männer sicher nicht an jenen Schweden namens Kare Walkert heran, der es mit einer Schnarchlautstärke von 93 Dezibel in das Guinness Buch der Rekorde schaffte, aber diesen Hinweisen gegenüber stellt sich die Damenwelt häufig taub.
Es heißt also Abhilfe schaffen. Aber wie? Maßnahmen gibt es viele, der Erfolg derselben lässt sich jedoch nur schwer vorhersagen. Leider wurde noch kein Universal-Heilmittel gegen nächtliche Lärmbelästigung gefunden.
Der Hausarzt rät in der Regel zunächst zur Gewichtsreduktion: Fettgewebe setzt sich nicht nur als Hüftgold, sondern auch im Nasenrachenraum fest. Es verengt die Atemwege und erhöht so die Schnarchwahrscheinlichkeit. Eine weitere Maßnahme: Alkoholverzicht. Alkohol dämpft nämlich den Atembetrieb und senkt den Muskeltonus, das weiche Gewebe im Rachen erschlafft und gerät während des Atmens in Schwingung. Das wiederum führt zu nächtlichen Schnarchlauten.
Weitere Hilfsmittel sind Nasenpflaster, die leichte Störungen der Nasenatmung verhindern können, sowie Mundschienen, die den Unterkiefer im Schlaf in einer festen Lage halten. In Einzelfällen können auch chirurgische Eingriffe helfen. Von einer Mandeloperation über Nasenscheidewand-Begradigung bis zu Vorverlagerung des Unterkiefers sind alle möglichen Operationen denkbar, wenn auch wenig erstrebenswert.
Neben dem “harmlosen Schnarchen” gibt es durchaus Schnarchvarianten, die unbedingt ärztlicher Behandlung bedürfen. Bei einigen Menschen sind nämlich die Atemwege so verengt, dass sie nachts zeitweilig keine Luft bekommen und nicht selten unbewusst aufschrecken. Das so genannte Schlafapnoe-Syndrom bedeutet, dass der Schläfer regelrechte Atemaussetzer hat. Die Betroffenen schlafen schlecht, sind häufig müde und anfälliger für Schlaganfälle und Herzinfarkt.
Man sollte wohl als Erstes versuchen, die eigene Schlafposition zu verändern: eine Möglichkeit, das Schnarchen zu reduzieren, ist das Schlafen mit erhöhtem Oberkörper. Das Schlafen in Rückenlage sollte man dagegen vermeiden. Nur, wie vermeidet man es, dass man sich nicht unbewusst im Schlaf wieder auf den Rücken dreht? Die Idee, zu diesem Zweck einen Tennisball in den Pyjama einzunähen, finde ich ziemlich raffiniert!
